Schriftliche Kammerprüfung 2013

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KirstenC
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Schriftliche Kammerprüfung 2013

Beitrag von KirstenC » Fr 19. Apr 2013, 12:22

So, geschafft. Die Klausuren liegen hinter uns. Kurzer Bericht, soweit ich mich noch erinnern kann:

1. Tag
Erbrecht/IPR
Zwei Fälle
Erbrecht
Gemeinschaftliches Testament, wechselseitig mit Einsetzung der gemeinsamen zwei Kinder sowie des nichtehelichen Kindes der Ehefrau zu Schlusserben. Der Mann ist gestorben. Kann Frau über den Nachlass frei verfügen? Sie möchte nur, dass eines der gemeinsamen Kinder Schlusserbe wird. Kann sie die anderen enterben? Eines der ehelichen Kinder ist einverstanden, nicht Schlusserbe zu sein. Was kann veranlasst werden?

IPR
Ein Mann mit italienischer und französischer Staatsangehörigkeit, verheiratet mit einer Deutschen, zwei minderjährige Kinder, Wohnsitz in Deutschland, möchte seinen Nachlass regeln.
Er ist in Frankreich aufgewachsen. Hochzeit in Frankreich, obwohl zu der Zeit schon Wohnsitz in Deutschland. Er hat Grundvermögen in Frankreich und Deutschland, Frau nur in Deutschland. Was wäre, wenn er bzw. sie heute sterben würden. Welches Erbrecht, können deutsche Erbscheine erteilt werden, Güterrecht Einfluss auf Erbrecht, welches Güterrecht? Ändert sich in den nächsten Jahren was im Erbrecht?

Handels- und Gesellschaftsrecht
GmbH-Gründung, Frau Antje & Kollegen GmbH, Gegenstand, zwei Geschäftsführer wollen Einzelvertretungsberechtigung haben, eine Person will der GmbH oder einem der Mitgesellschafter Geld zur Verfügung stellen, aber auf keinen Fall Gesellschafter werden. Die beiden Gesellschafter wollen in den Vertrag aufnehmen, dass der dritte (Geldgeber) jeweils Erbe der Geschäftsanteile wird, andere Erben und Testamentsvollstreckung sollen ausgeschlossen werden. Nach Eintragung Prokurabestellung, die ein paar Wochen später (vor Eintragung) wieder rückgängig gemacht werden soll.
Gutachterliche Stellungnahme zu den Sachverhalten.


2. Tag: BGB und Liegenschaftsrecht
Drei Sachverhalte
WEG, Kaufvertrag bedarf Zustimmung der anderen Wohnungseigentümer, nach Erteilung Kaufpreis fällig gestellt und bezahlt. Nach Eingang der UB Umschreibung beantragt, jedoch hat ein Eigentümerwechsel bei den Miteigentümern stattgefunden. Problem? Wie hätte das Problem vermieden werden können, wie hätte vermieden werden können, dass Kaufpreis bezahlt wird und ein Miteigentümer die Zustimmung verweigert?

WEG; Teilung nach § 8 WEG, Miteigentümer braucht seinen Stellplatz nicht mehr. Will das Sondernutzungsrecht an den Nachbarn verkaufen, der aber Miteigentümer anderer Anlage ist. Wie ist die Zuordnung des Stellplatzes erfolgt? Kann verkauft werden? Wie würde Nachbar Stellplatz nutzen können? Kann eine beschränkte persönliche Dienstbarkeit bestellt werden? Wer muss beteiligt werden?

Sachverhalt mit Rangänderung. Rangverhältnisse historisch darstellen.

3. Tag: Kostenrecht
Entscheidung des Landgerichts gemäß § 156 KostO gegen Notar ergangen. Ein Tag vor Fristablauf prüfen, ob Beschwerde Aussicht auf Erfolg hat. Eine KR wurde aufgehoben, weil Notar bei Grundschuld aufgrund Belastungsvollmacht den Verkäufer nicht auf gesamtschuldnerische Haftung
hingewiesen hat. Fall zur KR bei Vorsorgevollmacht mit Patienten- und Betreuungsverfügung, wo LG die Rechnung korrigiert hat, eine KR wurde aufgehoben, weil Notar bei Käufer keinen Kostenvorschuss angefordert hat und Käufer jetzt insolvent ist, deshalb KR Verkäufer erteilt.

Danach noch drei Aufgaben, wo wir Kosten berechnen sollten:

Zweckverband bestellt Grundschuld zur Sanierung Krankenhaus, Rangänderung, Löschungsantrag für andere Grundschuld enthalten, Rangvorbehalt usw.

Formwechsel OHG in GmbH mit Entwurf Gesellschaftsvertrag, Formwechselbeschluss, Geschäftsführerbestellung, HR-Anmeldung, Grundbuchberichtigungsantrag

Erbvertrag nur mit Vermächtnis, Vereinbarung unter Lebenden, dass über das vermachte Haus nicht mehr ohne Zustimmung des Vermächtnisnehmers verfügt werden darf, sonst Anspruch auf Eigentumsübertragung, Vollmacht auf den Eintritt des Todes zur Erfüllung des Vermächtnisses.

Die Klausuren hatten es echt in sich. Erbrecht, IPR und Liegenschaftsrecht waren m. E. machbar. Handelsrecht war die Zeit zu kurz (sind ja nur zwei Stunden), Fragestellung zu allgemein und es war echt schade, dass Herr Melchior uns da etwas in die Irre geführt hat (In der Präsenzphase immer oHG und KG-Fälle mit "wichtig" betitelt und geübt).

Kostenrecht ging bei mir, war aber auch echt nicht einfach. Da fand ich es auch blöd, dass nicht jedenfalls ein einfacher Sachverhalt (Kaufvertrag oder Überlassungsvertrag, was man halt so täglich macht) enthalten war, mit dem diejenigen, die im Kostenrecht nicht so fit sind, Punkte hätten machen können.

Insgesamt habe ich nur grob zusammengefasst, aber vielleicht interessiert es ja jemanden aus unserem Nachfolgejahrgang (Ich fand das im letzten Jahr ganz interessant). Jetzt müssen wir halt abwarten, was draus wird. Aber auf jeden Fall werde ich erst einmal vier Wochen meine Freizeit genießen. :grin:

Annika87
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Beitrag von Annika87 » Fr 19. Apr 2013, 12:36

Oh Gott Kirsten! Ich hätte es nicht mehr so genau zusammenbekommen....

Mein Fazit: Die Prüfung war schwer!!! :-(

KirstenC
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Beitrag von KirstenC » Fr 19. Apr 2013, 13:43

Ja, das stimmt Annika. War echt nicht leicht! :(
Ich hoffe jetzt, dass wir das alle irgendwie geschafft haben! Aber egal, wie es ausgeht, wir können alle Stolz sein, was wir bis jetzt schon geschafft haben! :-)

Wareir
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Re: Schriftliche Kammerprüfung 2013

Beitrag von Wareir » Mo 1. Okt 2018, 14:18

gut gesagt

Wareir
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Re: Schriftliche Kammerprüfung 2013

Beitrag von Wareir » Mo 1. Okt 2018, 14:19

gut gesagt

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