Pfändung eines Flugzeugs

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Bolleff
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Pfändung eines Flugzeugs

Beitrag von Bolleff » Mi 13. Jul 2011, 11:28

Lesen und schmunzeln:

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lino
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Beitrag von lino » Mi 13. Jul 2011, 13:38

Ich habe es auch schon bei Spiegel Online gelesen, echt super. Finde ich gut.

Yvonne81
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Beitrag von Yvonne81 » Mi 13. Jul 2011, 15:57

Keine schlechte Idee...welcher unserer Schuldner hat wohl ein Flugzeug in der Garage stehen?! :-D

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Beitrag von heidi » Do 14. Jul 2011, 01:37

Naja, ist doch mal was. Warum sollen immer nur die Kleinen bluten. Der Insoverwalter macht seine Arbeit eben ordentlich.
Liebe Grüße aus Berlin-Spandau (und manchmal noch aus Schleswig-Hostein)


Heidi
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Beitrag von Bolleff » Do 14. Jul 2011, 08:53

heidi hat geschrieben:Der Insoverwalter macht seine Arbeit eben ordentlich.
Das sieht Herr Prof. Dr. h.c. Walter, der das jetzt in Insolvenz befindliche Unternehmen Walter Bau aufgebaut hatte, wohl nicht so.
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Beitrag von lino » Do 14. Jul 2011, 13:30

Was die Honorare für die Insolvenzverwalter angeht, muss ich dem Prof. zustimmen und das Geld wird ja auch den Gläubigern dadurch genommen.

Ob das Unternehmen hätte fortgeführt werden können, mag wohl von uns keiner beurteilen können. Außerdem ist das ja auch mit Vorsicht zu genießen, da er ja persönlich mit drin hängt und schon ist das Ganze nicht mehr objektiv ;-)

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Beitrag von Bine » Do 14. Jul 2011, 15:14

oh, wenn ich schon das Gemecker über den Gläubigerausschuss höre :-(

Der Gläubigerausschuss (und damit meine ich primär einen Schritt vorher, also bereits die InsO-Antragstellung) wäre nicht notwendig gewesen, wenn vorher alles glatt gelaufen wäre....
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Jamie
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Beitrag von Jamie » Do 14. Jul 2011, 15:40

lino hat geschrieben:Was die Honorare für die Insolvenzverwalter angeht, muss ich dem Prof. zustimmen und das Geld wird ja auch den Gläubigern dadurch genommen.
:shock:

Man kann wohl kaum erwarten, dass Insolvenzverwalter für lau arbeiten. Woher soll der Verwalter seine Vergütung sonst nehmen, wenn nicht aus der vorhandenen Masse, also von dem, was dem Schuldner noch gehört? Die Masse ist das Vermögen des Schuldners. Wir nehmen den Gläubigern nichts weg, sondern lassen uns vom Schuldner bezahlen. :?

Ansonsten einfach mal einen Blick in die Insolvenzrechtliche Vergütungsverordnung (InsVV) werfen. Wenn da 60 bis 80 Mio. Erlöse (für die Masse) stehen, heißt das noch lange nicht, dass der Verwalter das auch für seine Tasche bekommt. Da kommen nur Prozente rein, da hat der Verwalter auch schon kräftig Personal und Material vorgestreckt, wofür er ganz sicher Erstattung verlangen darf.

Sicherlich muss jeder Verwalter die Verhältnismäßigkeit seiner Maßnahmen prüfen. Aber so werden Insolvenzverwaltungen erst richtig spaßig und abwechslungsreich.

Und der tolle Beitrag, den Bolleff da zitiert hat, dürfte m.E. nicht ganz sauber sein. Der Herr Walter scheint mir da sehr persönlich betroffen zu sein. 8-)

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Beitrag von lino » Do 14. Jul 2011, 20:56

natürlich erwarte ich nicht, dass sie umsonst arbeiten. Ich habe ja auch ganz selten was mit Insolvenzverfahren zu tun. Ich habe nur ein paar Mal die Erfahrung gemacht, dass da lediglich ein Gutachten gemacht wurde und eigentlich nicht viel da war, aber hohe Forderungen und schon gab es mal eben 15.000,00 € für den Insolvenzverwalter. Das hatte mich schon geschockt. Und wenn ich da was vom zweistleligen Millionenbereich vom Insolvenzverwalter lese, glaube ich das fast sogar. Aber ich glaube schon, dass sich an einer Insolvenz gut verdienen lässt.

Was so ist, ist so. Können wir eh nicht ändern ;-)
Jamie hat geschrieben:Und der tolle Beitrag, den Bolleff da zitiert hat, dürfte m.E. nicht ganz sauber sein. Der Herr Walter scheint mir da sehr persönlich betroffen zu sein. 8-)
Das sehe ich auch so, habe ich ja oben schon gesagt.

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Beitrag von Bolleff » Do 14. Jul 2011, 21:57

Wie so oft, gibt es auch im Berufsstand der InsO-Verwalter weiße und schwarze Schafe. Gilt - wie gesagt - für jeden Berufsstand. Was die InsVV angeht, ist das primär Aufgabe des Gesetzgebers, diese zu regeln. Nur gibt es für schwarze Schafe eben genug Möglichkeiten, mit Hilfe der InsVV ihre Vergütungsforderung in die Höhe zu treiben. Aber auch das ist bekannt, daß überall gerne mal getrickst wird, ne?

Und was Walter angeht, ist das doch klar, daß dieser Artikel bzw. die Beschreibung dort höchst subjektiv ist. Wie soll er denn als Betroffener auch objektiv etwas darstellen? Das geht aus der Natur der Sache schon nicht, zumal (menschlich verständlich) er das Unternehmen aufgebaut hat und es nun zerfallen/zerschlagen sieht.
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Beitrag von lino » Fr 15. Jul 2011, 14:14

Aber letztlich war es eine gute Geschichte mit dem Flugzeug. Der thailändische Kronprinz wird sich sehr freuen, hihihi ...

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Beitrag von Jamie » Fr 15. Jul 2011, 18:01

Bolleff hat geschrieben: Was die InsVV angeht, ist das primär Aufgabe des Gesetzgebers, diese zu regeln. Nur gibt es für schwarze Schafe eben genug Möglichkeiten, mit Hilfe der InsVV ihre Vergütungsforderung in die Höhe zu treiben.
Naja, die Rechtspfleger passen da schon auf, dass nicht zu viel schöngerechnet wird. Die InsVV hat nur so round about 20 Paragrafen. Aber Rechtsprechung gibt´s..... Da wird schon auf beiden Seiten mit harten Bandagen gekämpft. Das ist da nicht anders, als mit den Gebühren für Rechtsanwälte nach dem RVG. Und Rechtspfleger gönnen Anwälten (ob als Anwalt oder Verwalter) schon mal gar nix. :-(

@Lino:
Wenn der Verwalter Millionen an Einnahmen erhält, hat er aber auch schon etliches an Ausgaben gehabt. Da sind hunderte Gläubiger anzuschreiben (rechne: 90 ct pro Brief plus Umschlag und Papier meist vier Blätter). Da müssen z.T. Zusatzkräfte eingestellt und vorausbezahlt werden zur Erfassung von Gläubigern und Drittschuldnern etc. Die "Millionen" setzen sich nicht nur aus der Vergütung zusammen, sondern sehr häufig aus hohen tatsächlichen Auslagen.

Aber egal, das ganz große Los mit großen Unternehmen ziehen ohnehin nur wenige Verwalter. Und an Kleininsolvenzen lässt sich halt nicht wirklich was verdienen. Die ersten Verwalterbüros schließen bereits ihre Zweigstellen, weil es sich nicht mehr lohnt. Und es gibt auch insolvente Insolvenzverwalter. ;)

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Beitrag von lino » Fr 15. Jul 2011, 18:41

Jamie hat geschrieben:Aber egal, das ganz große Los mit großen Unternehmen ziehen ohnehin nur wenige Verwalter. Und an Kleininsolvenzen lässt sich halt nicht wirklich was verdienen.
Das habe ich mir schon fast gedacht, wie das immer so ist ... ;-)

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Beitrag von Bolleff » Fr 15. Jul 2011, 19:03

Ich hatte gerade aktuell den Fall, da wird versucht, die InsO-Masse (und damit auch die InsO-Vergütung) enorm zu vergrößern, indem Forderungen, die vor Eröffnung des InsO-Verfahrens rechtswirksam verglichen worden waren, plötzlich in der InsO-Masse wieder auftauchen, um dann alsdann natürlich mit "Anstrengungen" des InsO-Verwalters eine Einigung darüber zu erzielen. Dagegen kann der Rpfleger auch nichts tun, sondern allenfalls ein neu zu wählender InsO-Verwalter, um Schadensersatzansprüche gegen den derzeitigen jetzt sofort durchzusetzen, oder aber durch später gesonderte Schadensersatzklage. Denn im Festsetzungsverfahren sind materiell-rechtliche Dinge vom Rpfleger nicht zu klären. Diese Art von "Tricks" meinte ich in meinem Beispiel.

Und Jamie, ich glaube Dir gerne, daß es so läuft, wie von Dir beschrieben. Meine derzeitigen Erfahrungen (eine aus nur einem Verfahren hatte ich Dir mal kurz näher beschrieben) sind leider aber fast nur negativ und decken sich da nicht mit denjenigen von Dir - was ja nicht heißt, daß ihr in Deinem Büro und Deine Chefs nicht anständig und gewissenhaft arbeitet. Es gibt aber eben auch andere ...
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Beitrag von Jamie » Mo 18. Jul 2011, 09:09

@Bolleff:
Naja, die normalen und unproblematischen Fälle werden ja in der Öffentlichkeit auch nicht diskutiert. :)

Ich kann versichern, dass unser Büro wenig Stress mit Gläubigern/Gläubigervertretern hat. Und dass wir unsere Gebühren nicht schönrechnen. Daher kann der Rechtspfleger auch mal damit leben, wenn in einem Verfahren ein angemessener Aufschlag beansprucht wird, in einem anderen dagegen mal auf ein paar Euro verzichtet wird.

Es gibt leider in jeder Branche schwarze Schafe, die sich um jeden Hunderter streiten. Muss man aber nicht.

Ich würde jedenfalls auch ein Flugzeug in Beschlag nehmen, wenn ich es könnte. Sowas bringt sicher mal richtige Abwechslung. :P

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